Programm zur Synchronisierung der Energiemessung

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Die Ernsthaftigkeit eines Projekts, an dem die Firma arbeitet, kann in mehreren Weisen ausgedrückt werden. Die abgeschätzte Zeit, die zu dessen Realisierung notwendig ist, die veranschlagten Kosten, die Größe des Bearbeitungsteams... Das alles sind sehr gute Startpunkte. Die wirkliche Ernsthaftigkeit eines Projekts besteht darin, welche schwerwiegende Aufgabe die finale Lösung erfüllen wird und wie schwerwiegend die Folgen im Falle ihrer Störung sowie ihres Versagens sein werden. Wenn eine Software zur Ausgabe von Tickets ins Kino versagt, ist das unangenehm. Wenn eine Software zur Steuerung des Reaktorbetriebs eines Kernkraftwerks versagt, kann das tödlich sein.

Eine Software für ein Kernkraftwerk haben wir (bisher) noch nicht entworfen. Wir haben jedoch an einem Projekt gearbeitet, welches tatsächlich eine schwerwiegende Aufgabe erfüllte. Der Zweig des Energiewesens liegt uns sehr nahe, und so haben wir, als das Angebot von einem ausländischen Partner zur Realisierung einer Software für diesen Zweig kam, es angenommen. Es war notwendig, eine Zusatzsoftware für die Zentrale zu erstellen, die Daten von energetischen Messungen sammelt und verarbeitet. Nichts kompliziertes, eine Zentrale sammelt Daten von maximal tausenden Elektrozählern gleichzeitig. Alle 15 Minuten. Solche Zentralen gibt es mehrere und die Aufgabe „unserer“ Software ist es, abzusichern, dass sich die gemessenen Daten von den verschiedenen Zentralen untereinander vergleichen und abstimmen lassen. Das alles wird automatisch durchgeführt werden. Im Fall, dass die Daten nicht stimmen werden, wird ein Eingriff eines Bedieners notwendig sein. Dieser wird die durch uns gelieferte Software nutzen, mit Hilfe derer er sich mit der Zentrale verbindet und er den Prozess der Abstimmung von Daten in Zusammenarbeit mit dem Bediener der zweiten Zentrale steuern kann. Wenn die gemessenen Daten abgestimmt sind, sichert „unsere“ Software deren Umrechnung in Fakturierungsdaten ab, und diese werden in ähnlicher Weise zwischen den Zentralen verglichen. Wiederum wird es Aufgabe des Bedieners sein, dass die Daten abgestimmt werden. Wenn es ihm gelingt, bestätigt er mit der dazu bestimmten Taste, dass die Fakturierungsdaten richtig sind. Er gibt damit den Befehl zu deren Absendung „irgendwohin höher“, zu „irgendeiner Verarbeitung“. So wurde es uns gesagt.

Es klang alles völlig klar und verständlich und wir haben nicht gezögert und haben uns in die Analyse der Lösung gestürzt. In Zusammenarbeit mit dem Kunden haben wir die Anforderungen an die Funktionalität präzisiert und technische Fragen gelöst. Die technische Seite der Sache hat uns völlig aufgesaugt. Das Projekt war ausgesprochen interessant. Wir waren froh, als wir alle Fragen beantwortet hatten und es reichte, sich „nur“ in die Arbeit zu stürzen. Die technischen Details waren uns klar, aber mit der uns eigenen Neugier wollten wir dennoch auch etwas mehr darüber wissen, wie das System real genutzt wird. Es arbeitet sich immer besser, wenn der Mensch auch weiter sieht, als nur die technische Spezifikation eines Projekts.

Auf einer Besprechung haben wir also genau danach gefragt. Wir haben eine Antwort bekommen, bei der wir den Kaffee verschütteten. „Unsere“ Software wird in verschiedenen Ländern Europas installiert und mit Hilfe von ihr wird die Fakturierung von elektrischer Energie realisiert, die zwischen den Ländern transferiert wird. Dieses Projekt hatte mit einem Schlag eine andere Dimension.

Alles verlief glatt, die Software ist umgesetzt, und schrittweise wird sie in den Betrieb überführt. Bei ihrer Übernahme erinnerte sich unser Kunde an den verschütteten Kaffee, und wie wir nach der erfolgreichen Präsentation weggingen, sagte er zu uns in der Tür mit einem verschmitzten Lachen im Gesicht: „Ich bin froh, dass alles vorbereitet ist. Wissen Sie, mit dem Drücken dieser Bestätigungstaste geben Sie die Anweisung zur Übertragung von Millionen Euro.“ Zum Glück hatten wir dieses Mal den Kaffee schon ausgetrunken...

 

Technische Informationen über das Projekt

 

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